Die Interessengemeinschaft Inselrhein nimmt Stellung zur Abladeoptimierung am Mittelrhein.
Der Kampf um Wassersport-Nutzung der Fulder und der Ilmen Aue sowie weiterer Flächen im Inselrhein geht weiter: „Als Ausgleich für eine zunehmend schwer befahrbare Fahrrinne bitten wir um die Offenhaltung der bisher genutzten Nebenarme und sonstigen Wasserflächen des Rheins bzw. die Öffnung der in den Wintermonaten bereits gesperrten Wasserflächen für die ganzjährige Befahrung.“ Das schreibt Dr. Andreas Bachmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Inselrhein e.V. (in Gründung) in einer Stellungnahme zur Abladeoptimierung der Fahrrinnen am Mittelrhein (Oestrich und Kemptener Fahrwasser).
Abladeoptimierung: Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein plant, im Bereich des Mittelrheins eine durchgehende Fahrrinnentiefe von 2,10 Metern auch im Niedrigwasserbereich zu schaffen. Das hätte Konsequenzen vor allem für muskelbetriebene Wassersportarten in den Stillwasserbereichen von Fulder und Ilmen Aue.
Grundsätzlich unterstützt die die Interessengemeinschaft Inselrhein den Gütertransport per Schiff und kann die Notwendigkeit einer Abladeoptimierung, etwa durch einen Sohlabtrag, gut nachvollziehen. Gleichzeitig befürchtet sie eine dadurch steigende Strömungsgeschwindigkeit in der Fahrrinne, mehr und schnellere Schiffe und damit einen stärkeren Wellenschlag sowie gleichzeitig Verlandungstendenzen in den Nebenarmen. Alles das verringere – so Bachmann – die Eignung der Gewässer für Wassersportler, die die Stillwassergebiete zum Training und zur Naherholung auf dem Wasser nutzen wollen und dabei auch die Fahrrinne queren müssten.
Schutzgut Mensch
Die Mitwirkung im Verfahren der Abladeoptimierung begründet Bachmann so: „Auswirkungen der Maßnahme auf die wassersporttreibenden Menschen beidseitig des Rheins sind demnach zu befürchten. Für das Schutzgut Mensch (Kapitel 4.1 des Planfeststellungsverfahrens) sind weitere, über die Zeit der Baumaßnahme hinausgehende Einschränkungen wie die Gesundheitsgefährdungen durch Lärm- und Schadstoffemissionen während der Bauphase zu erwarten. Langfristige, nicht exakt abzuschätzende Auswirkungen betreffen u.a. den Sport, die Freizeiterholung, den sanften Tourismus und die Bildung und Erziehung von Schülern, die den Rhein als Sport- und Naturraum erfahren.“
Wir verfolgen die weitere Entwicklung und werden hier darüber berichten.
