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Ig Inselrhein geht an Land

14. Oktober 2026 Startseite

In einer breit angelegten Aktion startet die Interessengemeinschaft Inselrhein e.V. im Herbst 2026 eine weitere Initiative für rücksichtvolles Verhalten in Naturschutzgebieten: Diese sollen für Menschen offen bleiben.

Demnächst werden an beiden Seiten des Rheins hier und dort Hinweisschilder und Aushänge zu sehen sein, die auf die Besonderheiten des Gebiets aufmerksam machen mit der Bitte, dort geltende Naturschutzregeln einzuhalten. Flankiert wird der Text vom markanten Signet der Interessengemeinschaft Inselrhein und unten von den Logos der Unterstützer dieser Aktion: Wassersportvereine und -Verbände, Kommunen, lokale und überregionalen Unternehmen.

Hinweisschild Naturschutz-Wandern-Wassersport -BasisHerunterladen

Die Hinweisschilder der Interessengemeinschaft Inselrhein (Abbildung) werden meist auf ufernahen privaten Grundstücken, oft sogar weit entfernt von den geschützten Gebieten aufgestellt. Denn so werden Wanderer, Radler oder Wassersportler über die Besonderheiten der Naturschutzgebiete informiert, lange bevor sie diese betreten oder befahren.

Die Interessengemeinschaft Inselrhein engagiert sich dafür, in Naturschutzgebieten weiterhin Naherholung und Wassersport zu ermöglichen: „Naturschutz, damit auch Menschen etwas davon haben“, heißt es auf dem Schild. Bedroht wird dieses Ziel allerdings von denen, die sich in den geschützten Gebieten nicht an die Regeln halten und deshalb eine Sperrung des Reviers provozieren.

Im Zuge dieser Aktion wurden bislang etwa 150 Wassersportvereine, Unternehmen am Rhein oder überregional, Kommunen, Behörden und Natur- und Vogelschutzverbände angeschrieben.

Die Reaktion auf den Stil und die Strategie der Aktion war ausgesprochen positiv. Etliche Wassersportvereine, Campingplätze und Marinas von der Maaraue und Mainz, über den Schiersteiner Hafen, Heidesheim und Oestrich-Winkel bis Bingen und Rüdesheim wollen das Schild auf ihrem Gelände aufstellen, als ideelle Unterstützer haben sich auch Kommunen gemeldet und finanzielle Unterstützung kommt von großen Unternehmen der Region.

Der Weg zum Schild

Immer wieder beobachten Mitglieder der Interessengemeinschaft Inselrhein, wie Menschen in den Auen des Inselrheins unbeschwert auf Steindämme (Buhnen) klettern, am Ufer zelten und Feuer entzünden, mit Booten an Ufern anlegen, die eigentlich den Wasservögeln vorbehalten und geschützt sind, oder mit lauter Musik Party machen. Das ärgert. Denn genau dieses Verhalten stört dort lebende Tiere, zerstört Natur und provoziert Umwelt- und Vogelschützer, die deshalb eine komplette Sperrung großer Stillgewässer fordern.

Vor allem aber widerspricht so ein Verhalten dem der Wassersportler, die in den Stillgewässern der Auen mitten in der Natur still und konzentriert trainieren oder auf ihren Booten Ruhe und Erholung zu finden wollen. Und das seit Generationen.

Die extreme Niedrigwasserphase im Sommer 2026 bremst Wassersportler in Stillgewässern zwar weitgehend aus, nicht aber Spaziergänger, die vom Ufer her leichtfertig geschützte Zonen betreten.

Welche Folgen das Fehlverhalten einiger weniger in den Naturschutzgebieten haben kann, wurde im Sommer 2024 deutlich: Damals hatte die Struktur- und Genehmigungsbehörde Rheinland-Pfalz quasi über Nacht ein vollständiges Befahrensverbot der Ilmen und Fulder Aue verfügt, das sie kurze Zeit auf Druck von Inselrhein-Anliegern und -Nutzern später wieder zurücknehmen musste; die Interessengemeinschaft Inselrhein war entstanden (siehe auch „Entstehung“). Nach langem Hin und Her zwischen Naturschützern, Behörden und Inselrhein-Engagierten (siehe Dokumentation) hat das Bundesverkehrsministerium schließlich das Verfahren an sich gezogen und im Mai 2026 verfügt, „das Verfahren für die ‚Fünfte Verordnung zur Änderung der Naturschutzgebietsbefahrensverordnung‘ (wird) zunächst nicht weiterverfolgt“ (siehe Meldung am 12. Mai). Fazit: Alles erst einmal wie gehabt, aber noch keine endgültige Lösung.

Gleichzeitig mit der fachlichen Auseinandersetzung haben Engagierte in der Interessengemeinschaft Inselrhein von Anfang an nach Wegen gesucht, mit Aufklärung für richtiges Verhalten in den Naturschutzgebieten zu sorgen. Im Herbst 2025 wurde deshalb ein vom Motor-Yacht-Club Bingen e.V gesponsertes Merkblatt mit den wichtigsten Naturschutzregeln im Inselrhein (Naturschutz) an Wassersportvereine ausgegeben, das an ihre Mitglieder oder an Crews durchreisender Boote (Gastlieger) verteilt worden ist (Merkblatt Inselrhein). Aber das genügte nicht.

Ein überzeugendes Hinweisschild am Ufer muss her! Die Idee war gut, die Umsetzung dagegen erzeugte Skepsis: Endlose Diskussionen mit Behörden und Ämtern, die für die Aufstellung von Hinweistafeln auf öffentlichem Grund zuständig sind, wurden befürchtet.

Die Königsidee

Denn die behördliche Beschilderung der Naturschutzgebiete wird als nicht besonders wirksam und hilfreich eingeschätzt:
– zwar korrekt, aber wenig freundlich,
– vom Wasser her zu klein, zu wenig einsehbar und auch an Land oft wenig auffällig,
– an Orten, wo es oft zu spät ist, wenn man schon dabei ist, das Naturschutzgebiet zu besuchen oder sich schon dort befindet.

Schließlich die Königsidee:
– Installation auf privatem Grund ohne bürokratische Verfahren, aber getragen vom persönlichen Engagement der Aufsteller,
– Standorte, die nicht direkt vor den Naturschutzgebieten liegen, sondern genau dort, wo Menschen normalerweise zu einer Wanderung oder Bootsfahrt ins Naturschutzgebiet starten und die auch von vielen frequentiert werden, die vielleicht das geschützte Gebiet gar nicht besuchen, sich aber dennoch informieren wollen,
– große Tafeln mit einem freundlichen Layout und einem einladenden Text,
– Logos von mehreren Unterstützern, die dem Betrachter deutlich machen, dass viele sehr unterschiedliche Organisationen die Aktion unterstützen und die damit selbst die Einhaltung der Regeln zum Schutz der Natur befürworten.

Eine Initiative also mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement auf eine sympathische, freundliche Weise gerade dort, wo es eine Behörde nicht kann. Die bislang positiven Reaktionen aus Wassersportvereinen, Kommunen und Unternehmen am Rhein zeigen, dass die Interessengemeinschaft Inselrhein strategisch und praktisch richtig gedacht hat.

Das so gelobte Hinweisschild ist Ergebnis einer längeren Kreativ-Phase in einem kleinen Kreis der Interessengemeinschaft. Erst war der Text zwar plakativ, aber zu wenig freundlich. Der nächste Entwurf zwar freundlich, aber zu textlastig … bis schließlich der jetzige Entwurf kreiert und von allen gut befunden wurde.

Interessengemeinschaft Inselrhein Das Foto oben zeigt, worum es geht: Vögel und Boote im verträglichen Miteinander in den Rheinauen. Einfliegende Graugänse lassen sich weder vom Motorboot des Fotografen, noch durch die herankommende Motorjacht im Hintergrund stören – ein Schnappschuss mit Symbolkraft!

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15. Oktober 2026, 0:27
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